Förderung der Mehrsprachigkeit. Was Eltern tun können

Teil 3: Elternarbeit in der Schule

In dieser Serie wollen wir Anleitungen für Eltern geben, wie sie die Sprache ihrer Kinder mit einfachen Mitteln fördern können. Im dritten Teil der Serie geht es darum, was Eltern tun können, um den Anschluss an das Schulleben zu behalten und ihr Kind gut zu unterstützen.

Von: Dr. Christina Hager

Mutter mit Kind beim Lernen

Schule ist in erster Linie die Lebenswelt der Kinder. Schule ist der Ort, wo Kinder sich Wissen aneignen und Kompetenzen entwickeln. Und mehr als das: In der Schule lernen die Kinder das Verhalten in der Gruppe. So entwickeln sie ihre Persönlichkeit und wachsen in die Gesellschaft hinein. Dennoch bleiben Sie als Eltern der bestimmende Einfluss auf ihre Kinder. Sie verbringen die meisten Zeit mit ihnen und treffen alle wichtigen Entscheidungen für ihre Kinder – oder auch mit ihnen zusammen.

Auch in der Schule müssen Eltern mitentscheiden. Da geht es um die Klassenfahrt und das Mittun bei Festen, aber auch um den späteren Schulwechsel. Was kann mein Kind und wofür ist es geeignet? Wie gut kann es schon Deutsch und wie kann ich es fördern?

Um die Förderung von Deutsch und Mehrsprachigkeit ging es im 2. Teil dieser Artikelreihe. Hier lesen Sie, wie Sie Ihr Schulkind begleiten und unterstützen können.

2 Dinge, die Eltern wissen sollten!

1. Deutsch ist wichtig!
Wenn Kinder gut Deutsch können, tun sie sich nicht nur beim Sprechen und beim Schreiben leichter, sondern in allen Gegenständen. Auch beim Rechnen kommt es darauf an, dass man die Aufgabe versteht. Sonst kann man die Lösung nicht finden.

2. Es gibt auch andere Hindernisse als die Sprache

Wenn ein Kind Schwierigkeiten in der Schule hat, kann das auch andere Ursachen haben als die Deutschkenntnisse. Vielleicht fühlt es sich nicht wohl in der Klasse, vielleicht hat es Angst vor schlechten Noten und ist deshalb bei Schularbeiten nervös.

Das sind Fragen, die Kinder oft selbst nicht beantworten können. Was können Sie als Eltern tun, um sich ein Bild von Ihrem Kind und seinen Möglichkeiten in und nach der Schule zu machen?

7 Wege, Ihr Kind in der Schule zu unterstützen

1. Fragen Sie Ihr Kind jeden Tag, wie es in der Schule war!
Geben Sie sich nicht mit „schön“ oder „wie immer“ zufrieden.

Fragen Sie: „Was war heute das Schönste in der Schule?“ Oder: „Habt ihr etwas Neues gelernt?“

2. Wenn Ihr Kind erzählt, was es gelernt hat, fragen Sie nach!
„Habt ihr das auch aufgeschrieben? Magst du es mir zeigen?

3. Fragen Sie Ihr Kind, mit wem es in der Schule zusammen ist.
„Habt ihr in der Pause gespielt? Mit wem spielst du am liebsten?“

4. Wenn Ihr Kind Zweifel an sich und seiner Leistung hat, nehmen Sie es ernst.
„Damit habe ich mich in der Schule auch geplagt.“
„Wie könnte ich dir jetzt helfen?“
„Hast du jemanden in der Klasse, der es dir erklären könnte?“
„Ich glaube, du kannst das die Lehrerin nochmal fragen. Das hat bestimmt nicht jedes Kind in der Klasse verstanden.“

5. Wenn Ihr Kind schlechte Noten heimbringt, gehen Sie zuerst zur Lehrperson!
Sagen Sie der Lehrperson, dass Ihr Kind zu Hause Unterstützung hat. Fragen Sie nach, was Ihrem Kind helfen könnte. Wenn die Lehrperson für Ihr Kind kostenlose Lernprogramm empfiehlt (Förderkurse ...), nehmen Sie das Angebot an.

6. Halten Sie die Lehrperson auf dem Laufenden?
Sollte Ihr Kind regelmäßig mit jemandem lernen (Nachhilfe), sollte das die Lehrperson wissen. Im Idealfall telefonieren die beiden einmal miteinander, damit die Lehrperson genau über den Stoff informieren kann.

7. Finden Sie einen Termin mit der Lehrperson.
Ein guter Kontakt zur Schule und zur Lehrperson ist wichtig. Dafür gibt es Sprechstunden und Elternsprechtage. Sollten diese Termine für Sie nicht passend sein, fragen Sie nach, ob Sie zu einer anderen Zeit kommen dürfen (siehe dazu auch die Vorlage rechts). Versuchen Sie insgesamt, einmal im Semester mit der Lehrperson Ihres Kindes zu reden.