Reise durch die Sprachenlandschaft

Wie eine bunte Landschaft von Sprachen sieht unser Alltag aus Sicht der Sprachwissenschaft aus. Eine buchbare Wanderausstellung sensibilisiert für wichtige Aspekte von sprachlicher Bildung und Mehrsprachigkeit.

Station 3 lädt zu einer Wortschatzsuche ein. Es kommen Lehnwörter vor, die wir gar nicht mehr als fremd erkennen, weil deren Herkunft oft nicht mehr bewusst ist
Lehrerin und Schüler vor einem Roll-up der Wanderausstellung

Die meisten Menschen auf der Welt verwenden täglich mehr als eine Sprache. Eine Wanderausstellung lädt in acht Stationen auf eine Reise durch diese Sprachenlandschaft und zum Mitmachen ein: Mit einem Quiz über die Sprachen der Welt, einer Wortschätze-Entdeckungsreise, Spielen zu Sprachwandel und Sprachmischungen in Vergangenheit und Gegenwart u. v. m. macht sie Lust auf Sprachen und sensibilisiert für wichtige Aspekte von sprachlicher Bildung und Mehrsprachigkeit. Die „Reise durch die Sprachenlandschaft“ wurde von „treffpunkt sprachen/FP Plurilingualismus” und der Akademie Graz in Kooperation mit der PH Steiermark und dem BIMM entwickelt.

Die Ausstellung ist ein Angebot für Kinder und Jugendliche (aller Schulstufen) sowie für Erwachsene. Im Rahmen des BIMM-Projekts wurde sie überarbeitet. Dabei wurden Materialien erstellt, die die Ausstellung für die Arbeit mit Studierenden und Lehrenden nutzbar machen – im Speziellen erfolgte eine methodisch-didaktische Aufbereitung im Hinblick auf die Transferarbeit im Lehr-und Lernkontext.

Kostenlose Entlehnung

Die Wanderausstellung wird sowohl in Schulen, als auch in der Aus-, Fort- und Weiterbildung an Pädagogischen Hochschulen eingesetzt und kann dazu kostenlos entlehnt werden. Seit 2012 war die Ausstellung bereits an 50 Schulen (großteils Volksschulen), wo sie in der Regel etwa zwei Wochen lang bleibt. Neben Schulen wurde sie auch stark von Institutionen der Erwachsenenbildung angefragt und war bei 30 Veranstaltungen auf Universitäten, Pädagogischen Hochschulen, wissenschaftlichen Konferenzen und Bibliotheken zu sehen.

Die Abholung erfolgt entweder direkt an der PH Steiermark (sie passt in den Kofferraum eines Pkw), sie kann aber auch per Spedition versandt werden. Die Transportkosten für die Spedition sind von der jeweiligen Pädagogischen Hochschule oder Schule zu tragen und variieren je nach Distanz, belaufen sich österreichweit aber maximal auf € 50,– pro Strecke. „Da es zwei Exemplare der Wanderausstellung gibt, ist die Wartezeit meist kurz. Die Buchung kann also auch kurzfristig erfolgen”, verrät HS-Prof.in Dr.in Barbara Schrammel-Leber vom BIMM.

Besonders gut aufgenommen wird, dass der Zugang zum Thema Mehrsprachigkeit niederschwellig ist und auf spielerischer Art und Weise erfolgt, dabei aber viel Wissen vermittelt.

Acht Stationen

Die „Reise durch die Sprachenlandschaft“ besteht aus acht Roll-Ups. Die siebte Station etwa hat den Namen „Jeder spricht in vielen Sprachen“ und soll sprachliche Repertoires sichtbar machen. Spracherwerb ist ein lebenslanger Vorgang. Alle Sprachformen ergeben das sprachliche Repertoire einer Person. Dieses ist Teil der Identität und ist geprägt von unserer Herkunft und unserem sozialen Umfeld. Die SchülerInnen und StudentInnen sollen die Vielfalt ihrer eigenen Sprachlichkeit und Kulturalität darstellen und hinsichtlich ihrer Funktionalität und Bewertung beschreiben lernen. Außerdem lernen sie Methoden kennen (Sprachporträts, Sprachverwendungsprofile, Webrecherche), um die individuelle sprachbiografische Entwicklung und lebensweltliche Mehrsprachigkeit darzustellen.

AHA-Effekte

„Den großen AHA-Effekt gibt es meist bei der Station zu den Wortschatzkisten”, erzählt Schrammel-Leber. Bei dieser wird in einem Ratespiel die Geschichte von Wörtern erkundet, die uns gar nicht mehr „fremd” vorkommen, wie z. B. Jause, Schach matt, Tollpatsch etc. „Das Raten, wo ein Begriff herkommt, ist immer sehr kurzweilig und die Aufklärung wird mit großem Interesse aufgenommen. Oft entspinnt sich eine Diskussion zum Thema Lehnwörter und Sprachpurismus.”

Die inzwischen sehr zahlreich entwickelten Begleitmaterialien zur Ausstellung, die online über die BIMM-Themenplattform erhältlich sind, ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit einzelnen Themen der Ausstellung. Die acht Poster und ergänzenden Begleitmaterialien können auch selbst ausgedruckt werden. Die Erfahrungen zeigen, dass Begleitworkshops zur Ausstellung eine sinnvolle Ergänzung darstellen.