Kinder beim Mehrsprachigen Unterricht

Oft gefragt: Außerordentlicher Status

Unter welchen Voraussetzungen sind SchülerInnen als außerordentlich einzustufen?

Schulpflichtige SchülerInnen, die auf Grund mangelnder Deutschkenntnisse dem Unterricht nicht folgen können, sind für die Dauer von maximal zwölf Monaten als außerordentliche SchülerInnen aufzunehmen (§ 4 Abs. 2 und 3 SchUG). Hierbei gilt das Datum des Schuleintritts (z. B. November 2016 bis November 2017). Im Falle einer Aufnahme während des 2. Semesters beginnt die Frist erst mit dem folgenden 1. September zu laufen (§ 4 Abs. 3 SchUG).

Die Entscheidung über die Zuerkennung des außerordentlichen Status liegt bei der Schulleitung, wobei die Mitwirkung aller an der Schuleinschreibung beteiligten Lehrpersonen sinnvoll ist. Die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten wären über den Charakter des außerordentlichen Status zu informieren.

Können auch SchulanfängerInnen als außerordentliche SchülerInnen eingestuft werden?

Ja, denn für die Beantwortung der Frage, ob ein/e SchulanfängerIn als außerordentliche/r oder ordentliche/r SchülerIn aufgenommen wird, ist ausschließlich § 4 Abs. 2 SchUG heranzuziehen. Die Verweigerung des außerordentlichen Status auf Grund der Tatsache, dass das Kind in Österreich geboren wurde und/oder die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt bzw. den Kindergarten in Österreich besucht hat, ist unzulässig.

Bei der Schuleinschreibung ist auch die Deutschkompetenz des Schulanfängers/der Schulanfängerin festzustellen, damit entschieden werden kann, ob das Kind als außerordentliche/r SchülerIn oder als ordentliche/r SchülerIn aufzunehmen ist.

Eine noch unzureichende Deutschkompetenz ist jedoch nicht automatisch mit mangelnder Schulreife gleichzusetzen (Lesen Sie auch: Kann eine Schülerin bzw. ein Schüler auf Grund mangelnder Deutschkenntnisse in die Vorschule eingestuft werden bzw. einen sonderpädagogischen Förderbedarf bekommen?).

Wie lange kann eine Schülerin bzw. ein Schüler den außerordentlichen Status in Anspruch nehmen?

Der außerordentliche Status kann nach dem 1. Jahr von der Schulleitung für weitere zwölf Monate bewilligt werden, wenn die Unterrichtssprache ohne eigenes Verschulden nicht ausreichend erlernt werden konnte (§ 4 Abs. 3 SchUG).

Kann eine Schülerin bzw. ein Schüler auf Grund mangelnder Deutschkenntnisse in die Vorschule eingestuft werden bzw. einen sonderpädagogischen Förderbedarf bekommen?

Eine unzureichende Kompetenz der Unterrichtssprache rechtfertigt weder die Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs noch die Einstufung in die Vorschule. Falls jedoch bei einem Kind mit einer anderen Erstsprache als Deutsch mangelnde Schulreife (vgl. § 6 Abs. 2b, 2c, 2d SchPflG) festgestellt wird, kann es auch in der Vorschule als außerordentliche/r SchülerIn geführt werden. Ebenso können Kinder, bei denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wurde, als außerordentliche SchülerInnen geführt werden, sofern die Voraussetzungen des § 4 Abs. 2 lit. a SchUG auf sie zutreffen.

Kann eine Schülerin bzw. ein Schüler vom ordentlichen in den außerordentlichen Status rückversetzt werden?

Nein. Daher empfiehlt es sich, im Zweifelsfall dem/der SchülerIn den außerordentlichen Status zuzuerkennen. Die Umwandlung in den ordentlichen Status ist jederzeit möglich.

Wie sind außerordentliche SchülerInnen einzustufen?

Außerordentliche SchülerInnen sind in der Regel altersgemäß einzustufen. Eine Rückstufung um ein Jahr empfiehlt sich etwa bei siebenjährigen SeiteneinsteigerInnen, die in ihrem Herkunftsland die Schule noch nicht besucht haben, weil die Schulpflicht – anders als in Österreich – nicht mit dem vollendeten 6. Lebensjahr einsetzt oder weil das Schuljahr nicht im September, sondern zu Beginn des Kalenderjahres anfängt.

Allenfalls ist auch bei älteren SeiteneinsteigerInnen eine Rückstufung um ein Jahr von Vorteil, wenn dadurch ein positiver Pflichtschulabschluss zu erwarten ist (etwa die Aufnahme einer/eines Dreizehnjährigen in die 3. statt in die 4. Klasse der Hauptschule/Neuen Mittelschule).

Müssen außerordentliche SchülerInnen Einstufungsprüfungen ablegen, um in den ordentlichen Status übernommen zu werden?

Grundsätzlich muss eine Einstufungsprüfung abgelegt werden (vgl. § 3 Abs. 6 SchUG), wenn SchülerInnen in eine höhere als in die erste Schulstufe aufgenommen werden sollen. Es kann jedoch darauf verzichtet werden, wenn durch die Mitarbeit und weitere Leistungsfeststellungen erkennbar ist, dass der Schüler/die Schülerin das Bildungsziel erfüllt. Von dieser Möglichkeit wird fast immer Gebrauch gemacht, sodass in der Praxis kaum Einstufungsprüfungen abgehalten werden.

Können außerordentliche SchülerInnen in die nächsthöhere Schulstufe aufsteigen?

Der allgemeinen Schulpflicht unterliegende Kinder, die wegen mangelnder Kenntnis der Unterrichtssprache als außerordentliche SchülerInnen aufgenommen wurden, können grundsätzlich – sofern es pädagogisch verantwortbar erscheint – in die nächsthöhere Schulstufe neuerlich als außerordentliche SchülerInnen aufgenommen werden. Die Entscheidung darüber obliegt der Schulleitung. Das gilt auch für den Übertritt von der Volksschule in die Neue Mittelschule.

SchülerInnen, die in der 4. Klasse der Volksschule oder der Neuen Mittelschule als außerordentlich geführt wurden, und QuereinsteigerInnen (z. B. Flüchtlingskinder und -jugendliche) können auch als außerordentliche SchülerInnen in die 1. Klasse einer allgemein bildenden höheren bzw. einer berufsbildenden mittleren oder höheren Schule aufgenommen werden.

Die Aufnahme als ordentliche SchülerInnen in die 1. Klasse dieser Schularten ist jedoch nicht zulässig – auch nicht im Wege einer Aufnahmsprüfung.

Dem neugefassten § 32 Abs. 2a SchUG zufolge dürfen Schülerinnen und Schüler, die eine Hauptschule, eine Neue Mittelschule oder die Polytechnische Schule im 9. Schuljahr der allgemeinen Schulpflicht als außerordentliche Schülerinnen und Schüler besucht haben, nunmehr mit Zustimmung des Schulerhalters und mit Bewilligung der zuständigen Schulbehörde die genannten Schulen in einem freiwilligen 10. Schuljahr als außerordentliche oder ordentliche Schülerinnen und Schüler absolvieren. Es handelt sich dabei um Schülerinnen und Schüler, die beispielsweise wegen mangelnder Sprachkenntnisse (Migrantinnen bzw. Migranten oder Flüchtlinge) nicht als ordentliche Schülerinnen und Schüler an z. B. einer Neuen Mittelschule aufgenommen werden konnten (§ 4 Abs. 2 lit. a SchUG).

§ 4 Abs. 5 SchUG zufolge ist die Aufnahme einer nicht schulpflichtigen Aufnahmsbewerberin bzw. eines nicht schulpflichtigen Aufnahmsbewerbers jedoch nur dann zulässig, wenn alle als ordentliche Schülerinnen bzw. Schüler in Betracht kommenden Aufnahmsbewerberinnen bzw. Aufnahmsbewerber aufgenommen worden sind. Zum Besuch einzelner Unterrichtsgegenstände dürfen außerordentliche Schülerinnen und Schüler nur dann aufgenommen werden, wenn dadurch keine Klassenteilung erforderlich ist. Außerordentliche Schülerinnen und Schüler können daher nur in Klassen aufgenommen werden, in denen die Klassenschülerhöchstzahl noch nicht überschritten wird.

Schülerinnen und Schüler, die die 9. Schulstufe an einer AHS-Oberstufe oder an einer BMHS verbracht haben, dürfen die Polytechnische Schule nicht in einem „freiwilligen 10. Schuljahr“ besuchen.

Schülerinnen- und Schülerzahlenmeldung in den Stellenplananträgen für APS:
Schülerinnen und Schüler im Sinne des § 32 Abs. 2a SchUG sind in den Datenmeldungen zum vorläufigen wie definitiven Stellenplanantrag in denjenigen Klassen zu berücksichtigen, welche tatsächlich besucht werden. Hierbei sind die außerordentlichen wie ordentlichen Schülerinnen und Schüler im freiwilligen 10. Schuljahr getrennt nach Geschlecht auf der jeweiligen „Klassenschulstufe“, insofern der 9. Schulstufe, unter Beachtung aller weiteren für die Datenmeldung geltenden Grundsätze, zu erfassen.

Können schulpflichtige Kinder auch die AHS-Unterstufe als außerordentliche SchülerInnen besuchen?

Die Aufnahme schulpflichtiger außerordentlicher AufnahmsbewerberInnen in die AHS-Unterstufe ist grundsätzlich möglich. Allerdings sind AHS nicht verpflichtet, außerordentliche SchülerInnen aufzunehmen. Es obliegt der Schulleitung zu entscheiden, ob auf Grund einer entsprechenden Vorbildung die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Besuch der AHS gegeben sind.

Außerdem dürfen AufnahmsbewerberInnen nur dann als außerordentliche SchülerInnen aufgenommen werden, wenn alle als ordentliche SchülerInnen in Betracht kommenden AufnahmsbewerberInnen aufgenommen worden sind (§ 4 Abs. 5 SchUG), d. h. wenn keine ordentlichen SchülerInnen, welche die Aufnahmekriterien erfüllen, aus Platzmangel abgewiesen wurden. Über die Aufnahme von außerordentlichen SchülerInnen (SeiteneinsteigerInnen) während eines Schuljahres entscheidet ebenfalls die Schulleitung.

Dürfen weiterführende Schulen (AHS, BMHS) nicht mehr schulpflichtige Jugendliche als außerordentliche SchülerInnen aufnehmen?

Nicht mehr schulpflichtige AufnahmsbewerberInnen dürfen nur dann als außerordentliche SchülerInnen aufgenommen werden, wenn alle als ordentliche SchülerInnen in Betracht kommenden AufnahmsbewerberInnen aufgenommen worden sind (§ 4 Abs. 5 SchUG), d. h. wenn keine ordentlichen SchülerInnen, welche die Aufnahmekriterien erfüllen, aus Platzmangel abgewiesen wurden. Über die Aufnahme von außerordentlichen SchülerInnen (SeiteneinsteigerInnen) während eines Schuljahres entscheidet ebenfalls die Schulleitung.

Im Gegensatz zu den allgemein bildenden Pflichtschulen und zur AHS-Unterstufe, wo schulpflichtige SchülerInnen maximal zwei Jahre (bzw. im Ausnahmefall: zweieinhalb Jahre) als außerordentlich geführt werden können, unterliegt die Dauer des außerordentlichen Status für nicht mehr schulpflichtige SchülerInnen an weiterführenden Schulen (AHS-Oberstufe, BMHS) keiner zeitlichen Beschränkung.

Auch nicht mehr schulpflichtige außerordentliche SchülerInnen können in die nächsthöhere Schulstufe neuerlich als außerordentliche SchülerInnen aufgenommen werden. Die Entscheidung darüber obliegt der Schulleitung.

Gibt es für außerordentliche Schülerinnen und Schüler ein freiwilliges 10. Schuljahr?

Dem neugefassten § 32 Abs. 2a SchUG zufolge dürfen Schülerinnen und Schüler, die eine Hauptschule, eine Neue Mittelschule oder die Polytechnische Schule im 9. Schuljahr der allgemeinen Schulpflicht als außerordentliche Schülerinnen und Schüler besucht haben, nunmehr mit Zustimmung des Schulerhalters und mit Bewilligung der zuständigen Schulbehörde die genannten Schulen in einem freiwilligen 10. Schuljahr als außerordentliche oder ordentliche Schülerinnen und Schüler absolvieren. Es handelt sich dabei um Schülerinnen und Schüler, die beispielsweise wegen mangelnder Sprachkenntnisse (Migrantinnen bzw. Migranten oder Flüchtlinge) nicht als ordentliche Schülerinnen und Schüler an z. B. einer Neuen Mittelschule aufgenommen werden konnten (§ 4 Abs. 2 lit. a SchUG).

§ 4 Abs. 5 SchUG zufolge ist die Aufnahme einer nicht schulpflichtigen Aufnahmsbewerberin bzw. eines nicht schulpflichtigen Aufnahmsbewerbers jedoch nur dann zulässig, wenn alle als ordentliche Schülerinnen bzw. Schüler in Betracht kommenden Aufnahmsbewerberinnen bzw. Aufnahmsbewerber aufgenommen worden sind. Zum Besuch einzelner Unterrichtsgegenstände dürfen außerordentliche Schülerinnen und Schüler nur dann aufgenommen werden, wenn dadurch keine Klassenteilung erforderlich ist. Außerordentliche Schülerinnen und Schüler können daher nur in Klassen aufgenommen werden, in denen die Klassenschülerhöchstzahl noch nicht überschritten wird.

Schülerinnen und Schüler, die die 9. Schulstufe an einer AHS-Oberstufe oder an einer BMHS verbracht haben, dürfen die Polytechnische Schule nicht in einem „freiwilligen 10. Schuljahr“ besuchen.

Schülerinnen- und Schülerzahlenmeldung in den Stellenplananträgen für APS:
Schülerinnen und Schüler im Sinne des § 32 Abs. 2a SchUG sind in den Datenmeldungen zum vorläufigen wie definitiven Stellenplanantrag in denjenigen Klassen zu berücksichtigen, welche tatsächlich besucht werden. Hierbei sind die außerordentlichen wie ordentlichen Schülerinnen und Schüler im freiwilligen 10. Schuljahr getrennt nach Geschlecht auf der jeweiligen „Klassenschulstufe“, insofern der 9. Schulstufe, unter Beachtung aller weiteren für die Datenmeldung geltenden Grundsätze, zu erfassen.

Auf das mit Schreiben vom 21.7.2017, ZI. BMB-17.100/0022-II/2017, ausgesandte Informationsschreiben „Reformen im Bereich der Polytechnischen Schule“ wird an dieser Stelle der Vollständigkeit halber verwiesen.