Voneinander und miteinander Sprachen lernen

voXmi ist ein österreichweites Netzwerk von Schulen, das der Förderung des interkulturellen Verständnisses und des Umgangs mit Mehrsprachigkeit dient.

Von Kindern gezeichnetes voXmi-Plakat

Neben den SchülerInnen werden auch deren Eltern und Lehrkräfte über das Erlernen von Sprachen informiert. Mag. Ursula Maurič vom Institut für weiterführende Qualifikationen und Bildungskooperationen der Pädagogischen Hochschule Wien im Interview mit schule-mehrsprachig.at.

Was ist das Ziel von voXmi?
Ursula Maurič: Es geht darum, dass die Kinder selbstbewusst und mit Freude ihre eigenen Sprachen, also die Erstsprachen, als ganz besonderen Schatz mit den anderen teilen. Da voXmi-Schulen ausgewiesen sprachenfreundliche Schulen sind, sind aber auch Fremdsprachen ein Thema.

Welche Bildungsanliegen verfolgt voXmi damit?
Konkret fördert voXmi die Umsetzung der Unterrichtsprinzipien „Interkulturelles Lernen“ und „Medienbildung“. Aber natürlich bewegen wir uns auch in weiteren Unterrichtsprinzipien wie in der „Politischen Bildung“ oder der „Europabildung“. Von den formulierten Bildungsanliegen setzen voXmi-Schulen einen Schwerpunkt in der sprachlichen Bildung und hier ganz besonders im Bereich der Einbindung der Erstsprachen der Kinder in Unterricht und Schulleben.

Wie lassen sich die Erstsprachen der Kinder in den Unterricht einbinden?
Für die Einbindung der Erstsprachen der Kinder möchte ich nur einige Initiativen bzw. Methoden aufzählen, die von voXmi-Schulen intensiv genutzt werden: die von Hans-Jürgen Krumm vorgestellten Sprachenporträts nach Gogolin und Neumann, Gestaltung von Tagen der offenen Tür an den Schulen, der Redewettbewerb „Sag´s Multi“, die Gestaltung des Schulgebäudes, Internetrecherche, Projektarbeit, Lieder in allen Sprachen, Theater oder das Sammeln von Kochrezepten der Familien.

Wie vernetzen sich die Projektschulen?
voXmi-Schulen vernetzen sich auf vielfältige Weise. Dabei spielen die digitalen Medien und die Möglichkeiten des Internet eine wesentliche Rolle. Zunächst gibt es eine gemeinsame Homepage, über die die Schulen laufend ihre Arbeit dokumentieren und somit auch Informationen über Initiativen der anderen Schulen erfahren. Auf einer eigenen Moodle-Plattform werden wichtige Dokumente wie z. B. alle Entwicklungspapiere zugänglich gemacht.

voXmi-Schulen kommunizieren vor allem auch über die voXmi-Facebook-Gruppe und eTwinning, eine Online-Plattform der Gemeinschaft für Schulen in Europa. Und schließlich wird jedes Jahr zwei- bis dreimal die Möglichkeit geboten, sich im Rahmen von Bundesseminaren zu treffen. Ein ganz wesentliches Format sind virtuelle Schulbesuche.

Wie darf man sich so einen virtuellen Schulbesuch vorstellen?
An einem Austausch im Rahmen eines virtuellen Schulbesuchs nehmen zwei Schulteams teil. Diese bestehen aus der Direktion, dem bzw. der voXmi-Koordinator/in und eventuell noch ein bis zwei weiteren LehrerInnen. Im Vorfeld tauschen die beiden Schulen ihre Entwicklungspapiere aus und vereinbaren Fragen, die für beide Teams relevant und spannend sind. Diese Fragen werden dann im Rahmen eines etwa einstündigen Online-Treffens besprochen. Moderiert werden die Gespräche von voXmi. Die Ergebnisse und wichtigsten Erkenntnisse aus diesen virtuellen Schulbesuchen werden auf der voXmi-Homepage dokumentiert.

In welchen Bereichen gibt es noch Entwicklungspotenzial für voXmi und seine Partnerschulen?
Vor allem ist es wichtig, die Erfahrungen der voXmi-Schulen vermehrt nach außen zu tragen. Es wird in Zukunft wichtig sein, die Impulse und Erfahrungen aus voXmi für ein größeres Publikum an unterschiedlichen Schulen in ganz Österreich zugänglich zu machen. Ein Schritt in diese Richtung sind Webinare, die als Bundesseminare für LehrerInnen aller Schularten in allen Bundesländern angeboten werden.

Welche Themen sind derzeit für die voXmi Schulen besonders wichtig?
Im letzten Schuljahr war das gemeinsame Entwicklungsthema die Kooperation mit Eltern in einem mehrsprachigen Umfeld. Dieses Thema wird uns im Netzwerk sicher weiterbegleiten, denn es ist keinesfalls aufgearbeitet, hat jedoch eine enorme gesellschaftliche und bildungspolitische Relevanz. Und es ist eng verknüpft mit dem voXmi-Schwerpunktthema des Schuljahrs 2016/17: Flucht und Migration.