Angekommen!

Eine mehrsprachige „Gebrauchsanweisung“ samt Website soll Flüchtlingen helfen, sich in Österreich zurechtzufinden.

Von Michael Achleitner

Grafik aus dem Ratgeber: Angekommen!

Wie grüßt man in Österreich? Welches Wasser kann man trinken und muss ein Kind in den Kindergarten gehen? Dinge, die vielleicht jedes Kind in Österreich weiß, sind für Menschen, die noch nicht so lange da sind, mitunter nicht so einfach zu beantworten. Tägliche Missverständnisse zeigen, wie wichtig das Wissen um Verhalten und Regeln im Land sind. Damit auch Flüchtlinge die Gepflogenheiten und Umgangsformen hierzulande lernen, gibt es jetzt einen Taschenratgeber mit dem Titel „Angekommen!“, der all das erklären soll.

Audio auf der Website

In dem Ratgeber findet man viele Fragen, die sich Menschen auf der Flucht stellen, wenn sie in Österreich angekommen sind – und die Antworten darauf. 146 Seiten in vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Arabisch und Dari) umfasst das Handbuch. Auf der dazugehörigen Website www.angekommen.online, die auch für Smartphones optimiert wurde, kann man sich die Fragen und Antworten in den jeweiligen Sprachen auch vorlesen lassen.

Die Broschüre klärt über Rechte und Pflichten auf, über das Bildungs-, Gesundheits- und Asylwesen. Sie erklärt auch, wann Kinder in der Schule fehlen dürfen und wo es in Österreich „Halal“-Fleisch zu kaufen gibt. „Der Leitfaden ist als Handreichung zu verstehen. Flüchtlinge sollen verstehen, wie Österreich tickt“, sagt Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes, das diesen Integrationsratgeber mit Unterstützung des ORF-Initiative „Helfen. Wie wir.“ herausgegeben hat.

Gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Integrationsexperte Prof. Heinz Faßmann, der die inhaltliche Überprüfung des „Flüchtlings-Knigge“ übernommen hat, stellte bei der Präsentation dann auch klar: „Hilfe bei der Integration trägt dazu bei, Parallelgesellschaften zu vermeiden, und von gut integrierten Zuwanderern profitiert auch die Aufnahmegesellschaft. Integration ist aber immer eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie kann nicht nur von den Asylwerbern erbracht werden, dazu braucht es auch die Mehrheitsbevölkerung.