Übergangsstufe für Flüchtlinge

Vierzig berufsbildende mittlere und höhere Schulen, verteilt in ganz Österreich, führen seit Dezember 2015 ein bis zwei Lehrgänge (Stand Februar 2016) zur „Übergangsstufe für Flüchtlinge“. Es ist ein Angebot für asylwerbende Jugendliche mit Pflichtschulabschluss, das vorerst bis Juni/Juli 2016 begrenzt finanziert wird.

Von Mag. Ingrid Weger (BMBF)

Flüchtlingsklasse

Dieser Lehrgang soll nicht mehr schulpflichtigen Flüchtlingen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren ermöglichen, mit einem Übergangsjahr in eine berufsbildende mittlere oder höhere Schule oder in eine duale Lehrausbildung einsteigen zu können. Ziel ist es, damit eine Berufsbildung zu ermöglichen und Arbeitsmarktfähigkeit zu gewährleisten. Gleichzeitig stellt dieses Angebot den Beginn einer Inklusionsstrategie und Schulpolitik für Flüchtlinge bzw. Migrantinnen und Migranten dar.

Der Lehrgang ist ein Bildungsangebot im Rahmen der Privatwirtschaftsverwaltung des Bundes. Träger ist das Bundesministerium für Bildung und Frauen. Er wird an den Schulen von den LehrerInnen vor Ort nach einem vorgegebenen Curriculum unterrichtet. Die Gruppengröße beträgt zwischen 15 und 20 Jugendlichen.

Pro Woche sind 31 Unterrichtsstunden vorgesehen. Hauptaugenmerk liegt auf dem Erlernen der deutschen Sprache, einer Wiederholung der Allgemeinbildung und einer fachlichen Orientierung: ein Drittel der Stunden entfällt so auf Deutsch als Fremdsprache. Neben Englisch stehen auch Persönlichkeitsbildung, Geschichte und Geografie sowie Mathematik und Scientific Basics (Naturwissenschaften) auf dem Lehrplan.

Die Jugendlichen sollten in ihrem Heimatland Grundkenntnisse der englischen Sprache erworben haben, um dem Unterricht in den einzelnen

Unterrichtsgegenständen teilweise auch in englischer Sprache folgen zu können. Um eine Orientierung in Richtung Berufsausbildung zu geben, wird auch alternativ je nach berufsbildender Schule, an der der Lehrgang der Übergangsstufe angesiedelt ist, fachpraktischer Unterricht angeboten: Werkstätte und Produktionstechnik, kaufmännisches Praktikum, gastronomisches Praktikum oder Computerpraktikum.

Der Lehrgang „Übergangsstufe für Flüchtlinge“ ist in das schulische Geschehen des jeweiligen Schulstandortes eingebettet, findet parallel zum Vormittags- oder Nachmittagsunterricht statt und lässt auch zu, dass TeilnehmerInnen des Lehrgangs – je nach ihren Kenntnissen der deutschen Sprache – an einzelnen Unterrichtsstunden des regulären Schulbetriebs teilnehmen, um eine bestmögliche Integration am Standort zu erreichen. 

Obwohl die TeilnehmerInnen dieses Lehrgangs schulrechtlich nicht den Status von SchülerInnen haben, besteht die Möglichkeit der Schülerfreifahrt (Fahrtkosten werden aus der Grundversorgung getragen, siehe Vereinbarung BGBl. Nr. 80/2004). Schulbestätigungen für AsylwerberInnen werden von der Schule ausgestellt.

Der Lehrgang schließt mit einer Lehrgangsbestätigung ab. Mit einer positiven Absolvierung aller Unterrichtsgegenstände ist die Aufnahme in eine berufsbildende mittlere oder höhere Schule bzw. der Einstieg in das duale System möglich.