Die HLW Kufstein öffnet sich für jugendliche Flüchtlinge

Am 30. November 2015 wurde an der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe in Kufstein eine Übergangsklasse für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge unterschiedlicher Alters- und Sprachgruppen sowie Nationalitäten eröffnet. Der Betrieb dieser Klasse wurde an der Schule von allen Beteiligten gut aufgenommen.

Begrüßung zum Start der Übergangsklasse an der BHAK/BHAS Hall i. T. durch Dir. Mag. Maria Luise Saxer (hinten, Mitte) und Landesschulratsdirektor HR Dr. Reinhold Raffler (hinten, rechts).
Begrüßung zum Start der Übergangsklasse an der BHAK/BHAS Hall i. T. durch Dir. Mag. Maria Luise Saxer (hinten, Mitte) und Landesschulratsdirektor HR Dr. Reinhold Raffler (hinten, rechts).

Bereits im Vorfeld hatten sich einige  Lehrkräfte bereit erklärt, in dieser Übergangsklasse zu unterrichten, und auch die Bedenken einzelner Eltern konnten in Einzelgesprächen ausgeräumt werden.

Der Übergangsklasse wurde ein eigener Klassenraum zugewiesen, und die Stundenpläne wurden bereits am ersten Tag vorgelegt, um den Jugendlichen von Anfang an Kontinuität zu signalisieren.

Die sprachlichen Barrieren stellen keine große Hürde dar, weil einige Fachkräfte an der Schule mehrsprachig unterrichten können (Farsi, Türkisch, Englisch, Deutsch). Der Islamlehrer der Schule spricht Arabisch und ist bei allfälligen Verständigungsschwierigkeiten behilflich. Zusätzlich steht der Schule eine Native Speakerin für Arabisch als Übersetzerin für zwei Unterrichtseinheiten zur Verfügung.

Die Jugendlichen kommen aus unterschiedlichen Gemeinden, was seitens der Schule Flexibilität bezüglich des Unterrichtsbeginns und Unterrichtsende verlangt. Die Bereitstellung der Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel ging reibungslos über die Bühne. Die meisten Jugendlichen sind Fahrschüler und kommen erst am späteren Nachmittag wieder nach Hause. Etwas Kopfzerbrechen machen uns noch die anfallenden Kosten für Sport- und Kochbekleidung, Hausschuhe und die Vormittagsjause. Mit den zuständigen

Stellen und mit den Sponsoren wurde bereits Kontakt aufgenommen, um die noch anstehenden Probleme einer guten Lösung zuzuführen.

Auch die Zusammenarbeit mit den BetreuerInnen funktioniert gut und wir hoffen, dass das so bleibt. Die 18 neuen Schüler, darunter eine junge Frau, fühlen sich nach eigenen Aussagen recht wohl an der Schule. Zur täglichen Routine gehört die gemeinsame Besprechung der Schulordnung, weil den „Neulingen“ manche Regeln eben doch etwas fremd erscheinen. Offen ist noch die Frage des Freitagsgebets, da einige Jugendliche die Moschee besuchen wollen, die Gebetszeiten jedoch in die Unterrichtszeit fallen. Aber auch das wird sich durch die Vermittlung mit dem Islamlehrer klären lassen.

Die SchülerInnen der HLW haben ebenfalls positiv reagiert. Die neuen KollegInnen werden zu gemeinsamen Unterrichtsstunden oder zu Klassenweihnachtsfeiern eingeladen. Die Jugendlichen vernetzen sich untereinander und sind gerne bereit zu helfen.

Die Unterstützung seitens des Landesschulrats war vorbildlich. Eine große Hilfe waren auch die bereits mitgebrachten Unterrichtsbehelfe und die Wörterbücher, die von BMBF zur Verfügung gestellt wurden.
In diesem Sinne hoffen wir weiterhin auf einen reibungslosen Ablauf.