„Wenn du da bist, kann ich alles besser verstehen!“

Für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund wird an Volks- und Mittelschulen in Wien und St. Pölten „Interkulturelles Mentoring” angeboten. 

Schülerin bekommt Hilfe beim Lernen

Die Schule soll auf das Leben vorzubereiten. Neben der Wissensvermittlung soll den SchülerInnen eine positive Identitätsentwicklung ermöglicht werden. Gerade Kinder mit Migrationshintergrund finden in der Gesellschaft aber häufig wenig Anerkennung. Die Vorbildwirkung und Begleitung durch Mentorinnen und Mentoren mit ähnlichem sprachlich-kulturellen Hintergrund lässt SchülerInnen enorm profitieren.

„Interkulturelles Mentoring für Schulen“

Daher wird an Volks- und Mittelschulen in Wien und St. Pölten „Interkulturelles Mentoring für Schulen“ angeboten. Bereits seit über vier Jahren gehen mehrsprachige Studierende mit Migrationshintergrund einmal pro Woche an Schulen. Sie setzen sich intensiv mit den SchülerInnen auseinander, unterstützen sie bei sprachlichen Schwierigkeiten und verhelfen ihnen damit zu besseren schulischen Leistungen. Die Erfolgserlebnisse und die zusätzliche Aufmerksamkeit stärken das Selbstwertgefühl der SchülerInnen und fördern somit auch ihre Position im Klassenverband.

Vorteile für SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern

Für SchülerInnen mit Migrationshintergrund sind die MentorInnen Identifikationspersonen. Sie sind Rollenvorbilder und zeigen, wie wichtig eine gute Schulbildung ist. Sie vermitteln, dass es sinnvoll ist, sich mit der eigenen Sprache und Herkunft auseinanderzusetzen.

Für Lehrpersonen stellen die MentorInnen AnsprechpartnerInnen dar, denn sie wissen aus eigener Erfahrung, wo besondere Aufmerksamkeit vonnöten ist. Sie haben auch ein offenes Ohr für die Probleme der LehrerInnen und unterstützen diese bei der Elternarbeit, indem sie den Erstkontakt zu den Erziehungsberechtigten herstellen und sprachliche Brücken bauen.

Für Eltern sind die MentorInnen oft die ersten Kontaktpersonen zur Schule. Sie helfen, Schwellenängste zu überwinden, indem sie in der „eigenen Sprache“ mit den Eltern kommunizieren und ihnen die Anliegen der Schule und des Lehrkörpers vermitteln.

Ausgezeichnet

Gestartet wurde das Projekt 2010. Derzeit arbeiten neben der Leiterin Susanne Binder weitere drei Personen mit. „Interkulturelles Mentoring für Schulen“ wird mit Unterstützung des Instituts für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien durchgeführt, durch das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres kofinanziert und von der Initiative „Vielfalter“ und dem Büro für Diversität St. Pölten gefördert.
Am 21. Oktober 2014 wurde das Projekt mit dem erstmals vergebenen Preis „Wiener Mut – Vielfalt findet Stadt“ ausgezeichnet.