DIE DVD

Sprachen(über)Brücken

Ein Film, der mit und zwischen den Sprachen Brücken baut.

Ausschnitt aus dem Cover zu "Sprachen(über)Brücken"

Europa wird durch den demografischen Wandel soziokulturell gesehen immer vielfältiger. Diese Tatsache, die sicher als Herausforderung zu betrachten ist, soll aber auch als Chance begriffen werden – gerade was die Sprachenvielfalt betrifft. Mehr als 70 Prozent der Weltbevölkerung verwendet laut UNESCO täglich mehr als eine Sprache. Genauso verwenden viele in Österreich lebende Menschen (insbesondere mit Migrationshintergrund) mehrere Sprachen. Diese Mehrsprachigkeit stellt in der öffentlichen Wahrnehmung aber immer noch einen eher im Verborgenen schlummernden Reichtum dar.

Dokumentarfilm

Mit dem Ansatz, dass sich vorerst die Gesellschaft zu ihrer kulturellen und sprachlichen Vielfalt bekennen muss, damit sich alle BürgerInnen mit ihr identifizieren und die Potenziale ausgeschöpft werden können, entschied sich das Zentrum der zeitgemäßen Initiativen (ZZI), einen Dokumentarfilm zum Thema Sprache zu verwirklichen. Eines der Hauptziele des Films ist die Sensibilisierung für die Wichtigkeit der Muttersprache in Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung, Identität und das Erlernen der Zweitsprache. Darüber hinaus wird im Film versucht, die sozialen, kreativen und wirtschaftlichen Vorteile der Mehrsprachigkeit darzustellen. Der Dokumentarfilm „Sprachen(über)Brücken” hat sich die Aufgabe gestellt, mit fachttheoretischen Ansätzen und konkreten Alltagsbeispielen zum Thema Vielfalt beizutragen, bzw. die interkulturellen Kompetenzen zu erhöhen und die Kultur des Zusammenlebens zu fördern.

ExpertInnen, wie der Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Habringer von der Pädagogischen Hochschule OÖ, legen dar, dass durch die Förderung der Erstsprachen die Lernfähigkeit und die schulischen Leistungen der Kinder gefördert werden. Die Erstsprache hat auch reichlich mit der Identität und der Persönlichkeitsentwicklung zu tun, denn die Distanz zur eigenen kulturellen und sprachlichen Herkunft führt oft zu Identitätskrisen und Desorientierung, Verbote gar zur Persönlichkeitsspaltung, wie die Psychotherapeutin Mag. Adila Diman im Film erklärt.

Sprache der Emotionen

Trotz alldem wird die Erstsprache oft durch den Druck von außen verdrängt. Vergessen wird darauf, dass sie auch die Sprache der Emotionen ist. Gerade der Beratungsbedarf in der „Muttersprache” ist im Steigen begriffen – durchaus auch dann, wenn die KlientInnen eigentlich Deutsch sprechen können. „Man kann in seiner Erstsprache einfach entkrampfter kommunizieren. BeraterInnen finden eher zu einer Lösung, wenn sie die KlientInnen in deren Erstsprache verstehen können”, so eine Aussage im Film.
Die Dokumentation stellt anschaulich dar, dass der Stellenwert der Erstsprache oft nicht entsprechend gewürdigt wird, dass es immer noch sozial bessergestellte Sprachen (wie Englisch oder Französisch) gibt und dass Mehrsprachigkeit noch zu selten als enormes kreatives Potenzial sowie als soziales und kulturelles Kapital wahrgenommen wird.