Zusammenreden macht Schule

Von: Michael Achleitner

Die Schule ist einer der zentralen Orte, an denen Integration stattfindet. Allerdings gibt es im schulischen Alltag oft zu wenige Möglichkeiten, sich mit integrationsrelevanten Themenfeldern auseinanderzusetzen. Das Projekt „ZusammenReden macht Schule“ hat es sich zum Ziel gesetzt, durch Workshops eine aktive Auseinandersetzung von SchülerInnen und LehrerInnen mit dem Thema Integration zu initiieren und so zu einem respektvollen Zusammenleben an den Schulen beizutragen. 

NMS Guntramsdorf: Beim Workshop zum Thema Mehrsprachigkeit erstellten die SchülerInnen ihr eigenes „Sprachenporträt“ – individuelle Abbilder der sprachlichen Vielfalt an Österreichs Schulen.
NMS Guntramsdorf, 21.3.2012: Beim Workshop zum Thema Mehrsprachigkeit mit Jan Mossakowski erstellten die SchülerInnen auch ihr eigenes "Sprachenporträt" - individuelle Abbilder der sprachlichen Vielfalt an Österreichs Schulen.

Das Projekt „ZusammenReden macht Schule“ wurde 2012/13 an zehn Hauptschulen und Neuen Mittelschulen in Niederösterreich durchgeführt. Es wurden insgesamt 30 Workshops für SchülerInnen der 3. Klasse zu den Themenbereichen Integration, Diversität und Migration, Mehrsprachigkeit, Geschlechterverhältnisse, Asyl und Menschenrechte abgehalten. Die konzeptuelle und inhaltliche Kooperation mit regionalen Fachstellen, die aktive Einbindung der Integrationsbeauftragten der Gemeinden, von ExpertInnen sowie von Vorbildern mit Migrationshintergrund waren integraler Bestandteil des Projekts.

„Hat echt Spaß gemacht”

Die didaktische Vor- und Aufbereitung der Themen beinhaltete insbesondere auch interaktive Elemente, mit welchen die Kompetenzen und Erfahrungen innerhalb der jeweiligen Klassen genützt und thematisiert wurden. So kamen auch die spielerische Auseinandersetzung mit der Thematik und der Spaß am Gemeinsamen nicht zu kurz. „Die Zusammenarbeit hat mir Spaß gemacht“, und „Wir sollten mehr gemeinsam machen“ resümierten einige SchülerInnen aus Guntramsdorf die Workshopreihe.

Veränderung zum Positiven

Während der Workshops wurde für Reflexion und Meinungsbildung viel Zeit eingeräumt. Am Ende der Reihe wurden die SchülerInnen um eine schriftliche Evaluierung der Workshopreihe gebeten. Diese Evaluierung zeigte, dass das Projekt sinnvoll war und an vielen Einstellungen, Vorurteilen und Problemen in der Klassengemeinschaft etwas zum Positiven verändern konnte.

Auf der Projektwebsite wurden laufend Informationen, Fotos, Presseartikel etc. gesammelt und veröffentlicht. Ebenso kann dort eine Materialiensammlung gratis heruntergeladen werden. Diese wurde während des Projekts gemeinsam mit den WorkshopleiterInnen entwickelt und bietet LehrerInnen Tipps, Anregungen und Informationen zur Bearbeitung der Projektthemen im Unterricht.

Mehrsprachigkeit und Sprachenrechte

Diesem Thema wurde spezielle Aufmerksamkeit geschenkt, da es sich durchwegs um Klassen handelte, in denen Mehrsprachigkeit zum Alltag gehört. So wurde bereits zu Projektbeginn ein mehrsprachiger Elternbrief verfasst, der die Eltern über das Projekt und seine Inhalte informierte, um auch die Eltern einzubeziehen und den verschiedenen Sprachen in der Klasse mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Workshop von Jan Mossakowski von der „Forschungsgruppe Spracherleben“ zum Thema „Unsere Sprachen“ (siehe Bild) widmete sich dezidiert dem Thema Sprachen und Mehrsprachigkeit: Mithilfe von sprachbiografischen Methoden wie Sprachporträts, literarische Beispiele von Sprachbiografien etc. wurde u. a. Fragen wie „Wo, in welchem Rahmen und wie kam ich bis jetzt mit welchen Sprachen in Berührung?“ und „Welchen Stellenwert haben unterschiedliche Sprachen für mich?“ nachgegangen.

Fortsetzung folgt

Aufgrund des großen Erfolgs wird es 2014 partizipative Schulworkshops an Berufsschulen, berufsbildenden mittleren Schulen und Polytechnischen Schulen geben.