1. Kurzer Überblick über die Sprache

1.1 Wie die Sprache genannt wird

Die Österreichische Gebärdensprache wird auch mit der Abkürzung „ÖGS“ bezeichnet. Dies setzt jedoch voraus, dass alle GesprächspartnerInnen wissen, wovon die Rede ist. Die Abkürzung ÖGS ist analog zu den anderen, weltweit gebräuchlichen Namen von Gebärdensprachen gebildet: Deutsche Gebärdensprache (DGS), American Sign Language (ASL), Lengua de Señas Argentina (LSA), Türk İşaret Dili (TiD). Umgangssprachlich verwenden viele Menschen auch kurz „Gebärdensprache“ – was zwar Zeit spart, jedoch zwei Probleme mit sich bringt: 1) Dabei bleibt unklar, welche Gebärdensprache gemeint ist. Es ist genauso unpräzise und verkürzend, wie zum Beispiel das Wort „Lautsprache“ statt „Deutsch“ zu verwenden. 2) Diese Wortwahl verbreitet das Missverständnis, es gäbe eine einzige, weltweit verständliche Gebärdensprache.

Die Sprachbezeichnung kann auf unterschiedliche Arten gebärdet werden: Man gebärdet entweder ÖSTERREICH GEBÄRDENSPRACHE oder verwendet als Abkürzung die drei Buchstaben des Fingeralphabets: Ö-G-S.

Symbole für Ö G S in Gebärdensprache

Menschen, die ÖGS verwenden, nennt man auf Deutsch „ÖGS-BenutzerIn“ oder „ÖGS-kompetent“. Man kann auch von „gebärdensprachigen“ Personen sprechen.

Dem „Wort“ in einer Lautsprache entspricht der Begriff „Gebärde“, z. B.: „Weißt du, wie die Gebärde für «Steckbrief» aussieht?“.

Das Verb lautet „gebärden“, also: „Er gebärdet, sie haben gebärdet, wir gebärden morgen darüber...“.