2. Allgemeine Kurzinformation zur Sprache

2.1 Textproben

„Tak nám zabili Ferdinanda,” řekla posluhovačka panu Švejkovi, který opustiv před léty vojenskou službu, když byl definitvně prohlášen vojenskou lékařskou komisí za blba, živil se prodejem psů, ošklivých nečistokrevných oblud, kterým padělal rodokmeny.

„Also sie ham uns den Ferdinand erschlagen”, sagte die Bedienerin zu Herrn Schwejk, der vor Jahren den Militärdienst quittiert hatte, nachdem er von der militärärztlichen Kommission endgültig für blöd erklärt worden war, und der sich nun durch den Verkauf von Hunden, häßlichen, schlechtrassigen Scheusälern, ernährte, deren Stammbäume er fälschte.

Aus: Jaroslav Hašek, Osudy dobrého vojáka Švejka / Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (Beginn des Romans)

Sprichwörter

ani ryba ani rak
(weder Fisch noch Fleisch)

mít u někoho (dobré) oko
(bei jemandem einen Stein im Brett haben)

Domov jsou ruce, do kterých smíš plakat.
(Heimat sind die Hände, in die du weinen darfst.)

Kdo maže, ten jede.
(Wer schmiert, der fährt.)

Proč stahovat kalhoty, když brod je ještě daleko.
(Warum sich die Hose ausziehen, wenn die Furt noch weit weg ist.)

Sekerou okno neumyješ.
(Mit einem Beil wäscht man kein Fenster.)

2.2 Schrift und Aussprache

Das tschechische Alphabet verwendet die Buchstaben:

Aa, Áá,  Bb, Cc, Čč, Dd, Ďď, Ee, Éé, Ěě, Ff, Gg, Hh, Ch, Ii, Íí, Jj, Kk, Ll, Mm, Nn, Ňň,  Oo, Óó, Pp, Rr, Řř, Ss, Šš, Tt, Ťť, Uu, Úú, ů, Vv, Zz, Žž.

Anmerkungen zur Aussprache:

Kurze und lange Vokale:
a – á, e – é, i – í (Variante: y – ý), o – ó, u – ú (ů nur am Wortende, oder im Wortinneren)

Diphthong: ou [ou], z.B.: před loukou – vor der Wiese
Der Akzent ´ über einem Vokal bedeutet einen langen Vokal: á – [a:], é – [e:]
r und l können Silben bilden, z.B.: prst – Finger, vlk – Wolf

Die Betonung liegt immer auf der ersten Silbe – unabhängig von der Länge der Vokale, z.B.: hedvábí – Seide, zemětřesení – Erdbeben, hospodářství – Wirtschaft

Konsonanten:

cwie z in Ziege
čwie tsch in Deutsch
ď, ť, ňsogenannte „weiche“ (palatale) Konsonanten, sie werden mit einem j-Laut ausgesprochen: ď [dj], ť [tj], ň [nj]
ěwird mit einem j-Laut ausgesprochen: [je]
hdeutlich (auch im Wortinneren) gehaucht, wie in Hase
ch wie in Dach
řbei diesem Laut werden r und š bzw. ž zusammen ausgesprochen
swie ss in Fass
šwie sch in Schule
vwie w in Wasser, nur am Wort- oder Silbenende; vor Konsonant meist wie u
yist nur eine orthographische Variante von i.
zwie s (stimmhaft gesprochen) in Rose
žwie j in Journal

Achtung auf die Unterscheidung zwischen stimmhaften und stimmlosen Konsonanten:
z – s, ž – š, b – p, d – t, h – ch

Weiche Konsonanten sind:     ď, ť und ň
Hart sind hingegen:         d, t und n

Beispiele für weiche (palatale) Konsonanten:
ď [dj]:    ďábel – Teufel
ť [tj]:    ťukat – klopfen
ň [nj]:    huhňat     – näseln
d, t, und n werden vor i und ě weich ausgesprochen.

Beispiele zum Nüsseknacken:
Kurzes [i] und langes [i:] und hartes [t] und weiches [tj]

tykat (duzen)hartes t und kurzes [i][tikat]
tikat (ticken)weiches t und kurzes [i][tjikat]
týkat se (betreffen, berühren)hartes [t] und langes [i:][ti:kat]
tíkat (piepsen)weiches [tj] und langes [i:][tji:kat]

Zum Probieren:
Strč prst skrz krk. (Steck den Finger in den Hals.)

Auch nicht leicht:
Nenaolejuje-li to Julie, naolejuji to já. (Ölt das nicht Julie, dann öle ich es.)

Für TschechInnen, die Deutsch lernen, stellen die Umlaute ö und ü, aber auch die bewegliche Betonung im Deutschen Hürden dar.

2.3 Besonderheiten aus der Grammatik

Tschechisch ist wie das Deutsche eine flektierende Sprache, d.h. grammatische Beziehungen werden durch einen bestimmten Typ von Endungen ausgedrückt.

Haupt- und Eigenschaftswörter

Es werden drei Geschlechter, zwei Zahlen (Singular, Plural) und sieben Fälle unterschieden.

Die ersten vier Fälle werden ähnlich wie im Deutschen verwendet. Außerdem gibt es einen Vokativ (wie im Lateinischen), der bei einem Aufruf verwendet wird, z.B. Honza (Hans) – Vokativ: Honzo! Der 6. Fall wird nur mit bestimmten Präpositionen verwendet (und heißt deshalb Präpositiv): Praha (Prag) – v Praze (in Prag). Der 7. Fall (Instrumental) wird mit oder ohne Präpositionen verwendet: jedním slovem (mit einem Wort), před Prahou (vor Prag).

Bei den Substantiven gibt es eine Vielzahl von Deklinationsklassen, je nachdem, ob sie einen weichen, palatalen oder harten, nicht palatalen Konsonanten in der Endung haben oder nicht, z.B.:

dub: m., hart (Eiche), město: n., hart (Stadt) gegenüber: stroj: m., weich (Maschine), moře: n., weich (Meer)

Die Adjektiva und die Pronomina haben eine ähnliche Deklination; sie müssen mit dem Substantiv übereingestimmt werden.

Männliche und sächliche Deklination

Maskulina enden meist auf einen Konsonanten, Neutra auf -o, -e oder -í

 

Einzahl
MaskulinaNeutra
Nom.dubstrojměstomořeznamení
Gen.dubastrojeměstamořeznamení
Dat.dubu *strojiměstumořiznamení
Akk.= Nom *= Nom= Nom= Nomznamení
Vok.dube!stroji!= Nom= Nomznamení
Präp.dubu/duběstrojiměstu/ěmořiznamení
Instr.dubstrojemměstemmořemznamením

* Ist das Substantiv „belebt", wie z.B. pán (Herr), dann ist der Akkusativ gleich dem Genetiv, der Dativ und Präpositiv endet auf -ovi.

 

Mehrzahl
MaskulinaNeutra
Nom.dubystrojeměstamořeznamení
Gen.dubůstrojůměstmoříznamení
Dat.dubůmstrojůmměstůmmořímznamením
Akk.= Nom *= Nom *= Nom= Nomznamení
Vok.= Nom= Nom= Nom= Nom= Nom
Präp.dubechstrojíchměstechmoříchznameních
Instr.dubystrojiměstymoři

znameními

* Ist das Substantiv „belebt“, wie z.B. pán (Herr), dann endet der Nominativ auf -i, ové oder -é. Der Akkusativ lautet bei den „harten“ Maskulina auf -y, bei den „weichen“ (wie z.B. muž „Mann“) auf -e.

Weibliche Deklination

Die Feminina enden auf -a, -e oder auf weiche Konsonanten oder auf b, j, l, v, c, z. Je nach Endungstyp werden mehrere Deklinationsklassen unterschieden.

 

Einzahl
Nom.ženarůžepíseňkost
Gen.ženyrůžepísněkosti
Dat.ženěrůžipísnikosti
Akk.ženurůžipíseňkost
Vok.ženorůžepísnikosti
Präp.ženěrůžipísnikosti
Instr.ženěrůžípísníkostí
Mehrzahl
Nom.ženyrůžepísněkosti
Gen.ženrůžípísníkostí
Dat.ženámrůžímpísnímkostem
Akk.= Nom= Nom= Nom= Nom
Vok.= Nom= Nom= Nom= Nom
Präp.ženáchrůžíchpísníchkostech
Instr.ženamirůžemipísněmikostmi

Zeitwort

Die Nennform endet meist auf -t(i): pracovat(i) – arbeiten

Das Verneinungswort ne steht immer wie ein Präfix vor dem Zeitwort:
Dnes nepracuji. – Heute arbeite ich nicht.

Im Tschechischen gibt es das Phänomen der mehrfachen Verneinung:
Nikdo nikdy nic neviděl – Keiner hat je etwas gesehen. (ni ist eine Variante des ne)

Zeitwortendungen

 

Gegenwart
EinzahlMehrzahl
1. Person-m / -u/ - i *-me
2. Person-ste
3. Person--ou/ - jí *

* je nach Konjugationsklasse unterschiedlich

Vergangenheit

Im Tschechischen wird das Perfekt aus den Präsensformen des Hilfsverbs být(i) (sein) und dem Partizip auf -l gebildet. Bei der Verneinung wird das Verbum verneint, nicht jedoch das Hilfsverbum.

Beispiele:
Pracoval jsem. – Ich habe gearbeitet. Nepracoval jsem. – Ich habe nicht gearbeitet.

Die Endung des Partizips auf -l muss mit dem Subjekt in Zahl und Geschlecht übereinstimmen.
Beispiele:
Pracovala jsem. – Ich (weiblich) habe gearbeitet.
Pracovali jsme. – Wir haben gearbeitet. (männliche und gemischtgeschlechtliche Akteure)

Zukunft

Das Futurum wird in der Regel mit dem Futurum des Hilfsverbs být(i) (sein) und dem Infinitiv gebildet. Bei der Verneinung wird das Hilfsverb verneint.

Beispiele:
Budu pracovat. – Ich werde arbeiten. Nebudu pracovat. – Ich werde nicht arbeiten.

PersonVergangenheitPartizipZukunftInfinitiv
1. Singularjsem
(ne)pracoval, -a,-o

budu


pracovat(i)


2. Singularjsibudeš
3. Singular- *bude
1. Pluraljsme(ne)pracovali, -y, -a


budeme
2. Pluraljstebudete
3. Plural- *budou

* Die 3. Person Singular/Plural wird ohne Hilfsverb gebildet.

2.4 Zahlen

0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
nula
jeden, -na, -no
dva (m.), dvě (f./n.)
tři
čtyři
pět
šest
sedm
osm
devět
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
deset
jedenáct
dvanáct
třináct
čtrnáct
patnáct
šestnáct
sedmnáct
osmnáct
devatenáct
20
30
40
50
60
70
80
90
100
dvacet
třicet
čyřicet
padesát
šedesát
sedmdesát
osmdesát
devadesát
sto
200
300
400
500
600
700
800
900
1.000
dvě stě
tři sta
čtyři sta
pět set
šest set
sedm set
osm set
devět set
tisíc
2.000
3.000
4.000
5.000
6.000
7.000
8.000
9.000
10.000
dva tisíce
tři tisíce
čtyři tisíce
pět tisíc
šest tisíc
sedm tisíc
osm tisíc
devět tisíc
deset tisíc
200.000
300.000
400.000
500.000
600.000
700.000
800.000
900.000
1.000.000
dvě stě tisíc
tři sta tisíc
čtyři sta tisíc
pět set tisíc
šest set tisíc
sedm set tisíc
osm set tisíc
devět set tisíc
milión
20.000
30.000
100.000
dvacet tisíc
třicet tisíc
sto tisíc
2.000.000
3.000.000
5.000.000
1.000.000.000
2.000.000.000

dva milióny
tři milióny
pět miliónů
miliarda
dvě miliardy

Die Zahlen von 21 – 99 (und ihre Zusammensetzungen) können auf zwei Arten gebildet werden:

  • Der Einer tritt hinter den Zehner.
  • Der Einer tritt in Verbindung mit der Konjunktion a vor den Zehner (d.h. ähnlich wie im Deutschen): dvacet jeden oder jedenadvacet

2.5 Einige Redewendungen

Guten Morgen!Dobré jitro!
Guten Tag!Dobrý den!
Hallo!Nazdar! Ahoj!
Auf Wiedersehen!Na shledanou!
Gute Nacht!Dobrou noc!
Wie geht es dir?Jak se máš?
Wie geht es Ihnen?Jak se máte?
Wie ist Ihr Name, bitte?Jak se jmenujete, prosím?
Wie heißt du?Jak se jmenuješ?
Woher kommst du (kommen Sie)?Odkud jsi (jste)?
jaano
neinne
dankeděkuji / díky
Bitte! / Keine Ursache!prosím! / n zač!
Entschuldigung!Promiňte! (Höflichkeitsform)
Promiň! (Personen, die einander duzen)
Ich verstehe nicht.Nerozumím.
Alles Gute!Všecko nejlepší!