1. Kurzer Überblick über die Sprache

1.1 Wie die Sprache genannt wird

slovenčina, slovenský jazyk

slovenčina – das Slowakische
slovenský jazyk – die slowakische Sprache

po slovensky – slowakisch (Hovorím po slovensky. – Ich spreche Slowakisch.)

Slovensko – Slowakei
Slovák – der Slowake
Slovenka – die Slowakin

In der k.u.k. Monarchie (und auch noch später) wurden unter dem Begriff „Böhmen“ oft auch undifferenziert Slowaken verstanden.

1.2 Wo Slowakisch gesprochen wird: Eckdaten zu SprecherInnen und Sprache

Etwa sechs Millionen Menschen sprechen Slowakisch, fünf Millionen in der Slowakischen Republik (Slovenská republika). Fast eine Million Slowaken leben in den USA, Kanada, Australien, sowie als Minderheiten in Rumänien, Serbien und Kroatien. In Österreich (vor allem Wien) sind die Slowaken eine offiziell anerkannte Minderheit, es gibt einen eigenen Volksgruppenbeirat im Bundeskanzleramt.

Bis 1918 kamen viele Slowaken nach Wien, suchten Arbeit in den Ziegeleien im Süden Wiens, arbeiteten als Gemüsehändler, und in Niederöstetrreich in den Zucker- und Zementfabriken, sowie als Tagelöhner oder als Saisonarbeiter in der Landwirt-schaft. Die politischen Verhältnisse nach 1948 in der Tschechoslowakei zwangen viele Tausende Slowaken in die Emigration in westeuropäische Länder, aber auch nach Übersee. Heute sind es Tausende, die nach Wien pendeln, um zu arbeiten oder zu studieren. Die Zahl derer steigt, die sich in Wien niederlassen.

Das Slowakische ist eine westslawische Sprache (wie das Polnische, Lausitzische Sorbische, Tschechische) und ist mit dem Tschechischen am nächsten verwandt.

Dialektal werden im Slowakischen drei Hauptgruppen unterschieden, mittel-, west- und ostslowakische Dialekte. Die mittelslowakischen Dialekte (Zvolen, Liptovský Mikuláš, Rimavská Sobota) bilden die Basis der slowakischen Schriftsprache. Die ostslowakischen Dialekte sind stark differenziert und zeigen große Unterschiede zu den übrigen Dialekten.

Das Slowakische entwickelte sich allmählich aus der urslawischen Sprache des Großmährischen Reiches (9. Jh). Die periphere Lage des slowakischen Sprachgebiets in Ungarn sowie das Nichtvorhandensein eines bedeutenden kulturellen oder wirtschaftlichen Zentrums verhinderte es, dass ein slowakischer Dialekt schon im Mittelalter zur Grundlage der slowakischen Schriftsprache wurde. Die Nähe zum Tschechischen hatte zur Folge, dass ab dem 15. Jh. das Tschechische als Gegensatz zum Lateinischen, Deutschen und Ungarischen als Schriftsprache insbesondere während und infolge der Reformation verwendet wurde. Erst ab dem 16. Jh. lassen sich konsequente Bemühungen um eine selbständige slowakische Schriftsprache feststellen. Im 19. Jh. waren es vor allem Jan Kollár, Josef Šafarík, Ľudovit Štúr u.a., die die Kodifizierung einer eigenständigen und einheitlichen slowakischen Schriftsprache entscheidend vorantrieben und vollendeten. Nach 1918 und ins-besondere nach 1945 erlebte das Slowakische innerhalb weniger Jahrzehnte einen starken Aufschwung durch den massiven Ausbau des slowakischen Bildungs-, Presse- und Verlagswesens, des Slowakischen als Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftssprache.

1.3 Sprachbrücken Slowakisch–Deutsch

Übernahmen aus dem Deutschen:

fašiangy (Fasching), gbel (Kübel), guľa (Kugel), krompáč (Krampen, Spitzhacke); marhuľa (Marille), šnuptychel (Schnupftuch), trafiť (treffen), vankúš (Wangenkissen), žajdlík (Seidel)

1.4 Namen und Anrede

Bei Personennamen wird deutlich zwischen männlichen und weiblichen Namen unterschieden:

z.B.:
Pavol  Gašparík, aber Elena Gašparíková
Štefan Horecký, aber Jana Horecká

Bei der Anrede gibt es wie im Deutschen eine intime ,ty’ (du) und eine offizielle Form ‚vy’ (Sie). Vy bedeutet auch ‚ihr’.

Duzen = tykať, siezen = vykať.