2.1 Textproben

Sprichwörter

Núzda železo láme.Not macht erfinderisch.
Kto vysoko rúbe, nízko padne.Wer hoch steigt, fällt tief.
Zakázané ovocie najlepšie chutí.Verbotene Früchte schmecken am besten.
Každá liška svoj chvost chváli.Jeder Fuchs lobt seinen Bau.
Keď vtáčka lapajú, pekne mu spievajú.Mit Speck fängt man Mäuse.
Plné brucho učí sa hlucho.Voller Bauch studiert nicht gern.
Veľa kurchárov presolí polievku.Viele Köche verderben den Brei.

2.2 Schrift und Aussprache

Das slowakische Alphabet verwendet die Buchstaben:

Aa, Áá, Ää, Bb, Cc, Čč, Dd, Ďď, Ee, Éé, Ff, Gg, Hh, Ch, Ii, Íí, Jj, Kk, Ll, Ĺĺ, Ľľ, Mm, Nn, Ňň, Oo, Óó, Ôô, Pp, Rr, Ŕŕ, Ss, Šš, Tt, Ťť, Uu, Úú, Yy, Ýý, Vv, Zz, Žž

Anmerkungen zur Aussprache:

Kurze und lange Vokale:
ä wie im Deutschen (nur kurz): päť (fünf)

Die Vokale a, e, i, o, u  können kurz oder lang sein. Ein Akzent über einem Vokal bedeutet einen langen Vokal: a – á, e – é, i – í (Variante: y – ý), o – ó, u – ú

Diphthonge:

ou[ou]pod lampou (unter der Lampe)
ô[uo]rôzny (verschieden)
ia[ia] priateľ (Freund)
ie[ie]viera (Glaube)
iu[iu]paniu (Akk. Sg. von pani – Frau)

r und l können kurze, ŕ und ĺ lange Silben bilden, z.B.:
prst (Finger), vlk (Wolf), mŕtvy (tot), dĺžka (Länge)

Die Betonung liegt immer auf der ersten Silbe, unabhängig von der Länge der Vokale, z.B.: spolupráca (Mitarbeit), spolupracovník (Mitarbeiter)

Aussprache der Konsonanten:

cwie z in Ziege
čwie tsch in Deutsch
ď, ť, ň, ľsind so genannte „weiche“ (palatale) Konsonanten, sie werden mit einem j-Laut ausgesprochen: ď: [dj], ť [tj], ň [nj], ľ [lj]
hdeutlich (auch im Wortinneren) gehaucht, wie in Hasech wie ch in Dachs wie ss in Fass
šwie sch in Schule v wie w in Wasser; nach Vokal vor Konsonant wird das v wie [u] ausgesprochen: slávny [sla:uni] berühmt
yist nur eine orthographische Variante von i.
zwie s (stimmhaft gesprochen) in Rose
žwie j in Journal

Achtung auf die Unterscheidung zwischen stimmhaften und stimmlosenKonsonanten: z – s, ž – š, b – p, d – t, h – ch

Weiche Konsonanten sind: ď, ť, ň, ľ
Hart sind hingegen: d, t, n, l

Beispiele für weiche (palatale) Konsonanten:

ď[dj]ďakovať (danken)
ť[tj]niť (Faden)
ň[nj]ňaňa (Tante)
ľ[lj]roľa (Feld, im Gegensatz zu rola – Rolle)

d, t, und n werden vor i und (meist) vor e weich ausgesprochen.

Ein Beispiel zum Nüsseknacken:
Kurzes [i] und langes [i:] und hartes [t] und weiches [tj]

tykať (duzen)hartes [t] und kurzes [i:][tikatj]
tikať (ticken)weiches [t] und langes [i:][tjikatj]
týkať sa (betreffen, berühren)hartes [t] und langes [i:][ti:katj]

Für SlowakInnen, die Deutsch lernen, können die Umlaute ö und ü, aber auch die bewegliche Betonung im Deutschen Hürden darstellen.

2.3 Besonderheiten aus der Grammatik

Slowakisch ist wie das Deutsche eine flektierende Sprache, d.h. grammatische Beziehungen werden durch einen bestimmten Typ von Endungen ausgedrückt.

Haupt- und Eigenschaftswörter

Es werden drei Geschlechter, zwei Zahlen (Singular, Plural) und sechs Fälle unterschieden.

Die ersten vier Fälle werden ähnlich wie im Deutschen verwendet. Der 5. Fall wird nur mit bestimmten Präpositionen verwendet (und heißt deshalb Präpositiv): v Bratislave (in Bratislava). Der 6. Fall (Instrumental) wird mit oder ohne Präpositionen verwendet: pred Bratislavou (vor Bratislava).

Die Zugehörigkeit der Substantiva zu Deklinationsklassen wird durch den Wortauslaut bestimmt (Vokal, weicher/palataler oder harter/nicht palataler Konsonant), z.B.:

žena: f., hart (Frau), hrdina: m., hart (Held)
srdce: n., weich (Herz), vysvedčenie: n., weich (Zeugnis)
stroj: m., weich (Maschine)
dub: m., hart (Eiche), mesto: n., hart (Stadt)

Die Adjektiva und die Pronomina sind sich hinsichtlich der Deklination ähnlich; sie müssen mit dem Substantiv übereingestimmt werden.

Männliche und sächliche Deklination

Maskulina enden meist auf einen Konsonanten, Neutra auf -o, -e oder -ie.

 

Einzahl
MaskulinaNeutra
Nom.dubstrojmestosrdcevysvedčenie
Gen.dubastrojamestasrdcavysvedčenia
Dat.dubu *strojumestusrdcuvysvedčeniu
Akk.= Nom *= Nom= Nom= Nom= Nom
Präp.dubu/dubestrojimestesrdcivysvedčení
Instr.dubomstrojommestomsrdcomvysvedčením

* Ist das Substantiv „belebt“, wie z.B. pán (Herr), dann wird im Singular der Akkusativ wie der Genetiv gebildet, der Dativ und der Präpositiv enden auf -ovi.

 

Mehrzahl
MaskulinaNeutra
Nom.dubystrojemestásrdciavysvedčenia
Gen.dubovstrojovmiestsŕdcvysvedčení
Dat.dubomstrojommestámsrdciamvysvedčeniam
Akk.= Nom *= Nom *= Nom= Nom= Nom
Präp.dubochstrojochmestáchsrdciachvysvedčeniach
Instr.dubmistrojmimestamisrdcamivysvedčeniami

* Ist das Substantiv „belebt“, wie z.B. pán (Herr), dann endet der Nominativ auf -i, -ovia oder -ia, der Akkusativ auf -ov.

Weibliche Deklination

Die Feminina enden auf -a, -e oder auf weiche Konsonanten bzw. auf b, j, v, c, z. Danach werden mehrere Deklinationsklassen unterschieden.

žena: hart (Frau), ulica: weich (Straße), dlaň: weich (Handfläche), kosť: weich (Knochen)

 

Einzahl
Nom.ženaulicadlaňkosť
Gen.ženyulicedlanekosti
Dat.ženeulicidlanikosti
Akk.ženuulicudlaňkosť
Präp.ženeulicidlanikosti
Instr.ženouulicoudlaňoukosťou
Mehrzahl
Nom.ženyulicedlanekosti
Gen.žienulícdlaníkostí
Dat.ženámuliciamdlaniamkostiam
Akk.= Nom= Nom= Nom= Nom
Präp.ženáchuliciachdlaniachkostiach
Instr.ženamiulicamidlaňamikosťami

Zeitwort

Die Nennform endet meist auf -ť (robiť – arbeiten)

Das Verneinungswort ne steht immer wie ein Präfix vor dem Zeitwort:
Dnes nerobím. – Heute arbeite ich nicht.

Im Slowakischen gibt es das Phänomen der mehrfachen Verneinung:
Nikto nikdy nič nevidel. – Keiner hat je etwas gesehen. (ni ist eine Variante des ne)

Zeitwortendungen

Die Gegenwart

EinzahlMehrzahl
1. Person-m-me
2. Person-ste
3. Person-e/-ie/-í/-á *-ú/ - ia *

* je nach Konjugationsklasse unterschiedlich

ideer/sie/es gehtidúsie gehen
nesieer/sie/es trägtnesúsie tragen
robíer/sie/es arbeitetrobiasie arbeiten
povedáer/sie/es sagt, erzähltpovedajúsie sagen, erzählen

Die Vergangenheit

Im Slowakischen wird das Perfekt aus den Präsensformen des Hilfsverbs byť (sein) und dem Partizip auf -l gebildet. Bei der Verneinung wird das Verbum verneint, nicht das Hilfsverbum.
Beispiele:
Robil som. – Ich habe gearbeitet. Nerobil som – Ich habe nicht gearbeitet.

Die Endung des Partizips auf -l muss mit dem Subjekt in Zahl und Geschlecht übereinstimmen.
Beispiele:
Robila som. – Ich (weiblich) habe gearbeitet.
Robili sme. – Wir haben gearbeitet. (männliche bzw. gemischtgeschlechtliche Akteure)

Die Zukunft

Das Futurum wird in der Regel mit dem Futurum des Hilfsverbs byť (sein) und dem Infinitiv gebildet. Bei der Verneinung wird das Hilfsverb verneint.

Beispiele:
Budem robiť. – Ich werde arbeiten. Nebudem robiť. – Ich werde nicht arbeiten.

PersonVergangenheit
Partizip + Präsens von byť
Zukunft
Futurum von byť + Infinitiv
Einzahlrobiť
1. jásom(ne)robil, -a, -o(ne)budem
2. tysi(ne)budeš
3. on/ona/ono*(ne)bude
Mehrzahl
1. mysme(ne)robili(ne)budeme
2. vyste(ne)budete
3. oni*(ne)budú

* Die 3. Person Singular (on, ona, ono: er, sie, es) und Plural (oni: sie) wird in der Vergangenheit ohne Hilfsverb gebildet.

2.4 Zahlen

Die Zahlen werden so ausgesprochen, wie sie geschrieben werden, d.h. die Zehner vor den Einern.

0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
nula
jeden, -na, -no
dvaja, dva (m.) *, dve (f./n.)
traja, tri *
štyria, štyri *
päť
šesť
sedem
osem
deväť
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
desať
jedenásť
dvanásť
třinásť
štrnásť
pätnásť
šestnásť
sedemnásť
osemnásť
devätnásť
20
30
40
50
60
70
80
90
100
dvadsať
tridsať
štyridsať
pädesiat
šesťdesiat
sedemdesiat
osemdesiat
deväťdesiat
sto
200
300
400
500
600
700
800
900
1 000
dvesto
tri sta
čtyři sta
pět set
šesťsto
sedemsto
osemsto
deväťsto
tisíc
2 000
3 000
4 000
5 000
6 000
7 000
8 000
9 000
10 000
dvetisíc
tri tisíce
štyři tisíce
päť tisíc
šesť tisíc
sedem tisíc
osem tisíc
deväť tisíc
desať tisíc
200 000
300 000
400 000
500 000
600 000
700 000
800 000
900 000
1 000 000
dvesto tisíc
tristo tisíc
štyristo tisíc
päťsto tisíc
šesťsto tisíc
sedemsto tisíc
osemsto tisíc
deväť sto tisíc
milión
20 000
30 000
100 000
dvadsať tisíc
tridsať tisíc
sto tisíc
2 000 000
3 000 000
5 000 000
1 000 000 000
2 000 000 000
dva milióny
tri milióny
päť miliónov
miliarda
dve miliardy

* dvaja, traja, štyria: m. belebt (z.B.: chlapi – Burschen), dva m. nicht belebt (z.B.: roky –  Jahre)

Die Zahlen von 21 – 99 (und ihre Zusammensetzungen) können auf zwei Arten gebildet werden:

  • der Einer tritt hinter den Zehner.
  • der Einer tritt in Verbindung mit der Konjunktion a vor den Zehner (d.h. ähnlich wie im Deutschen): dvadsať jeden oder jedenadvadsať

2.5 Einige Redewendungen

Guten Morgen!Dobré ráno!
Guten Tag!Dobrý deň!
Hallo!Servus! Ahoj!
Auf Wiedersehen!Do videnia!
Gute Nacht!Dobrú noc!
Wie geht es dir?Ako sa máš?
Wie geht es Ihnen?Ako sa máte?
Guten Morgen!Dobré ráno!
Wie ist Ihr Name, bitte?Ako sa voláte, nech sa páči?
Wie heißt du?Ako sa voláš?
Woher kommst du (kommen Sie)?Odkiaľ si (ste)
jaáno / hej
neinnie
dankeďakujem
bitte / keine Ursacheprosím / nech sa páči
Entschuldigung!Prepáčte! (Höflichkeitsform)
Prepáč! (Personen, die einander duzen)
Ich verstehe nicht.Nerozumím.
Alles Gute!Všetko najlepšie!