2. Allgemeine Kurzinformation zur Sprache

2.1 Textproben

Lesen und hören Sie hier Texte in Arabischء

Sprichwörter

إِنَّ مَعَ العُسرِ يُسرًا
’inna maʕa l-ʕusri jusraa
„Wahrlich mit dem Schweren kommt die Erleichterung” (Koran 94, 6)

من عاشر قوما أربعين يوما صار منهم
man ʕaašara qawman arbaʕiina jawman saara minhum
„Wer vierzig Tage mit Menschen zusammen lebt, wird einer von ihnen (wird wie sie)“

اذا كان الكلام من فضة فالسكوت من ذهب
’idha kaana l-kalaamu min fidʕdʕa fa-s-sukuutu min dhahab
„Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.“

2.2 Schrift und Aussprache

Die arabische Schrift ist eine Kursivschrift, die von rechts nach links geschrieben wird. Es gibt keinen Unterschied zwischen Groß- und Kleinschreibung, dafür hat jeder Buchstabe eine eigene Form, je nachdem ob er am Beginn, in der Mitte oder am Ende des Wor­tes oder allein steht. Das arabische Alphabet hat 28 Zeichen,  und der wesentliche Un­ter­schied zur lateinischen Schrift besteht darin, dass kurze Selbstlaute (Vokale) nicht geschrieben werden (in Ausnahmefällen können diakritische Zeichen gebraucht wer­den). Viele Wörter bestehen daher nur aus Buchstaben für Mitlaute (Kon­so­nan­ten), werden aber beim Lesen natürlich mit den Selbstlauten ausgesprochen. Dieser Un­ter­schied zur Lateinschrift bringt oft erhebliche Rechtschreibprobleme für Deutsch­ler­nende mit sich, da diese ihre Gewohnheit, nur die Konsonanten zu schreiben, über­tragen. Auch die Groß- und Kleinschreibung ist für Deutschlernende oft ein Problem.

Das arabische Alphabet (Darstellung der Buchstaben in der isolierten Form):
ا ب ت ث ج ح خ د ذ ر ز س ش ص ض ط ظ ع غ ف ق ك ل م ن ه و ي

Hier eine Schriftprobe und deren Aussprache
arabische Schriftمحمدسلام
Buchstaben (Transliteration)mħmdslaam
Aussprache (Transkription)muħammadsalaam
ÜbersetzungMohammed Frieden

Die weite Verbreitung und Diversifizierung der arabischen Sprache bedingt eine Vielzahm von Aussprachevarianten, von denen hier nur einige repräsentative Beispiele auf­gezählt werden können.

Im Arabischen gibt es eine Reihe von Lauten, die für Deutschsprachige schwer auszu­sprechen sind. Sie werden hinten in der Kehle oder weit hinten am Gaumen artikuliert. Weiters gibt es eine Reihe von Lauten, die eine für Deutschsprachige vertraute und eine dumpfe Variante haben, die dem ganzen Wort eine dunkle Färbung geben (sie­he die letzten vier Beispiele in der Tabelle). Außerdem wird zwischen zwei Typen von r unterschieden.

Bei den meisten Konsonanten gibt es eine Unterscheidung zwischen stimmhaften und stimmlosen, zwischen stimmhaftem d und stimmlosen t, z und s (weitere Paare siehe Tabelle). Es gibt jedoch kein stimmloses p – dem deutschen „Papa“ entspricht arabisch „baaba“. Außer in Ägypten (siehe Tabelle) gibt es kein g.

Der Knacklaut, der auch im Deutschen vorkommt (z.B. bei „beenden“ zwischen den beiden Vokalen e: al­so be’enden) ist im arabischen ein eigenes Phonem, d.h. auch ein eigener Buch­sta­be in der Schrift.

BuchstabeLautwertBeschreibung
Knacklaut wie in Deutsch „be'enden“
حħkratziges h, das durch Verengung der Kehle artikuliert wird: im Personennamen Mohammed (muħammad)
عʕein ebenfalls durch Verengung der Kehle artikulierter Konsonant, der wie ein gequetschtes a klingt: der Laut vor dem a im Personennamen Ali (ʕali)
قqein am Zäpfchen oder ganz hinten am Gaumen artikuliertes k, ähnlich wie im Tirolerischen „Speckknödel“
شšwie sch in ‚Schule: šams (Sonne)
جdž oder ž (g)stimmhaftes dsch wie engl. James oder stimmhaftes sch wie Journalist:
Dschihad ‚eifriges Bemühen; heiliger Krieg’:
džihaad (z.B. im Irak)
žihaad (z.B. Marokko, Libanon, Syrien) oder:
gihaad (Ägypten) als g wie in ‚Gabel’
ثthstimmloses ‚th’ wie engl. ‚think’: thulth ‚Drittel’ (regional begrenzt, z.B. Irak)
ذdhstimmhaftes ‚th’ wie engl. ‚the’: dhahab ‚Gold’ (regional begrenzt, z.B. Irak)
رrZungenspitzen-r wie span. ‚rojo’: im Namen des Fastenmonats Ramadan (ramadʕaan)
غghGaumen-r wie frz. ‚rue’: im Personennamen Ghanem (ghaanim)
خchDas ch wird in allen Positionen wie in Dt. ‚Dach’ gesprochen, nie wie in Dt. ‚ich’: chajr ‚das Gute’
هhwie das dt. h in ‚Hase’: Es gibt aber kein stummes h, h wird in allen Positionen gesprochen: ahlan ‚Hallo’
ضein dumpfes d: Ramadan (ramadʕaan)
طein dumpfes t: im Ortsnamen Tripolis (tʕaraabulus)
صein dumpfes s: in sʕifr ‚Null’
ظzʕ (dhʕ)ein dumpfes z: zʕalaam oder dhʕ (regional begrenzt, z.B. Irak) ‚Dunkelheit’

Es gibt nur drei Vokale (a, i, u), die lang und kurz vorkommen können, und keine Umlaute. Die Unterscheidung zwischen e und i sowie o und u im Deutschen und die Aus­sprache der Umlaute fällt arabischsprachigen Deutschlernenden daher oft schwer.

2.3 Besonderheiten aus der Grammatik

Arabisch ist eine introflektierende Sprache, d.h. dass grammatische Formen durch Ver­änderung der Wortform mittels Ablaut erzeugt werden. Ähnliches kennt man von der Bildung gewisser deutscher Verbformen, wie ‚gehen – ging – gegangen’. Hier ändert sich u.a. der Vokal im Wortstamm selbst (e – i – a), im Gegensatz zur schwachen Konjugation wie ‚sagen – sagte – gesagt’.

Die Ablautung ist im Arabischen nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Die Konsonantenschrift gibt ein wichtiges Merkmal der Grammatik wieder, nämlich dass die Grund­bedeutung der Wörter in den Konsonanten liegt, die Konsonanten, zumeist drei, bilden die Wurzel aller Wörter. So hat jedes von der Wurzel ‚k-t-b’ gebildete Wort etwas mit ‚schreiben’ zu tun. Die verschiedenen Zeitwörter, Haupt- und Eigenschaftswörter werden dann durch Ablautung bzw. durch den Einschub von Vokalen in die Wurzeln und eventuelle Vor- und Nachsilben nach ei­nem bestimmten Muster gebildet.

Beispiele für die Wurzel k-t-b:
katab – er schrieb
ja-ktub – er schreibt
kitaab – Buch
ma-ktab – Schreibtisch, Büro
kaatib – Schriftsteller
usw.

Die folgenden Beispiele gehören zum Schriftarabischen und sind in Umschrift dargestellt.

Wortstellung im Satz

Es gibt zwei mögliche Wortstellungen, entweder:

Subjekt (Satzgegenstand) – Prädikat (Satzaussage) – Objekt (Ergänzung):
muħammad katab risaala (Mohammed schrieb Brief) „Mohammed schrieb einen Brief.“

Prädikat (Satzaussage) – Subjekt (Satzgegenstand) – Objekt (Ergänzung):
katab muħammad risaala (schrieb Mohammed Brief) „Mohammed schrieb einen Brief.“

Die Wortstellung ist in Haupt- und Nebensätzen im Prinzip gleich, es gibt also kein Verb am Ende des Satzes wie im Deutschen, wodurch sich für Deutschlernende oft Probleme mit dieser Konstruktion ergeben.

Eigenschaftswörter folgen den Hauptwörtern, also kitaab kabiir (Buch groß) „ein großes Buch“ und werden in Zahl und Geschlecht übereingestimmt (siehe unten).

Haupt- und Eigenschaftswörter (Substantive und Adjektive)

In den verschiedenen Umgangssprachen gibt es keine Fälle, die Bedeutung der Wörter im Satz wird allein durch die Wortstellung und durch den Kontext erschlossen, so wie im Englischen. Allerdings werden in der Hochsprache (also der Schriftsprache) drei verschiedene Fälle unterschieden, die durch hinten am Wort angehängte Kurzvokale bezeichnet werden. Da Kurzvokale nicht geschrieben werden, sind auch die Fallendungen zumeist nicht in der Schrift ersichtlich. Daher bereiten arabischen Muttersprachlern die Fallendungen große Schwierigkeiten. Wenn schriftsprachliche Texte ge­­lesen oder vorgetragen werden, lässt man die Endungen zumeist weg, was jedoch kei­­nen Einfluss auf die Verständlichkeit hat und auch nicht als inkorrekt empfunden wird. Es ist somit auch nicht anzunehmen, dass die arabischen Fallendungen in irgendeiner Weise beim Erlernen der deutschen Fälle interferieren, vielmehr ist zu erwrten, dass Deutschlernende generell mit der Unterscheidung der Fälle (3. und 4. Fall, Dativ und Akkusativ) Probleme haben.

Es existieren zwei Geschlechter, männlich und weiblich, die auch jeweils eine eigene Plu­ral­form (Mehrzahl) durch die Anhängung einer Silbe bilden. Viele Wörter bil­den jedoch auch den Plural durch Ablaut, z.B. kitaab (Buch) und kutub (Bü­cher). Vor allem in der Schriftsprache existiert eine Dualform (Zweizahl) für alle Wort­formen, auch Zeitwörter (siehe unten). In den Umgangssprachen ist diese jedoch höch­stens bei Hauptwörtern erhalten.

Männliche Wörter (Maskulindeklination)

Wörter männlichen Geschlechts enden meist auf einen Konsonanten. Wegen der Irrelevanz der Fälle (Kasus) sind diese hier nicht aufgelistet, in der Zweizahl und in der Mehr­zahl sind jedoch zwei Formen gebräuchlich, die im Folgenden auch angegeben wer­den (die Endungen sind durch Fettdruck hervorgehoben).

rassaam kabiir (Maler groß) = ein großer Maler

Einzahl (Singular)Zweizahl (Dual)Mehrzahl (Plural)
rassaam kabiir rassaamaan kabiiraanrassaamuun kibaar
rassaamajn kabiirajnrassaamiin kibaar

Weibliche Wörter (Feminindeklination)

Wörter weiblichen Geschlechts enden meist auf -a (wenn noch eine Silbe oder ein Wort folgt, auf -at), das meist an die männliche Form angehängt wird, wie im folgenden Beispiel:

rassaama kabiira (Malerin groß) = eine große Malerin

Einzahl (Singular)Zweizahl (Dual)Mehrzahl (Plural)
rassaama kabiirarassaamataan kabiirataanrassaamaat kabiiraat
rassaamatajn kabiiratajn

Vorwörter (Präpositionen)
Bei den Vorwörtern (Präpositionen) ist das System dem der deutschen Grammatik sehr ähn­lich, sie werden einfach dem Hauptwort vorangestellt. Allerdings fallen die für Deutsch­lernende oft schwierigen unterschiedlichen Fallendungen der Hauptwörter im Ara­bischen weg.

Zeitwörter (Verben)
Das arabische Zeitwort hat keine Nennform (Infinitiv), zitiert wird ein Zeitwort in der männ­lichen 3. Person der Einzahl.

Das Personalpronomen wird im Arabischen in Verbindung mit dem Zeitwort hauptsäch­lich verwendet, wenn es betont werden soll.

Es gibt zwei Zeitformen: Gegenwart und Vergangenheit, die durch Ablaut ge­bil­det werden, Person, Zahl und Geschlecht werden hingegen durch Vor- und Nach­sil­ben ausgedrückt: ja-ktub (er schreibt) – katab (er schrieb) und ta-ktub (sie schreibt) – katab-it (sie schrieb). Für die Zukunft verwendet man die Vorsilbe sa- oder die Komplett­form sawfa.

Anders als im Deutschen werden die beiden Geschlechter auch in der zweiten Person unterschieden, es gibt also eigene Formen für du/weiblich und du/männlich. taktub „du schreibst“ (m.)  und taktubiin „du schreibst“ (w.). In der Schriftsprache werden die Geschlechter in der Mehrzahl unterschieden, in den Umgangssprachen exi­stiert jedoch nur eine Form.

Beispiele:

Gegenwart

1. Person (Ez.)3. Person (Ez. m.)1. Person (Mz.)3. Person (Mz. m.)
aktub
(ich schreibe)
jaktub
(er schreibt)
naktub
(wir schreiben)
jaktubuun
(sie schreiben)

Vergangenheit

1. Person 3. Person (Ez. m.)1. Person (Mz.)3. Person (Mz. m.)
katabt
(ich schrieb)
katab
(er schrieb)
katabna
(wir schrieben)
katabu
(sie schrieben)

Zukunft
Die Zukunft wird mit ‚sa’ oder ‚sawfa’ gebildet: sa-jaktub oder sawfa jaktub „er wird schrei­ben“. Die Zukunft wird jedoch meist mit dem Zusatz „so Gott will“ gebraucht. Die Religion spielt im arabischen Raum eine große Rolle, und das Schicksal gilt als vor­her­bestimmt.

Verneinung
Die Verneinungsformen sind vielfältig und unterscheiden sich zwischen Schrift- und Um­gangssprachen erheblich. Die einfachste Art der Verneinung in der Schriftsprache er­folgt durch Voranstellung der Negationspartikel ‚la’ für die Gegenwart: la jaktub (er schreibt nicht) und ‚ma’ für die Vergangenheit: ma katab (er schrieb nicht).

Verbalaspekt
Im Gegensatz zum Schriftarabischen gibt es in den gesprochenen Varietäten ein Aspekt­system, das einerseits durch Vorsilben ausgedrückt wird, andererseits wird auch bei vielen Verben das aktive Partizip (Mittelwort) zum Ausdruck verschiedener As­pek­te gebraucht. Die Vorsilben sind in den diversen Regionalvarianten zwar unterschiedlich, das System ist aber im Wesentlichen das gleiche. Zeitwörter ohne Aspektsilbe bezeichnen hier nicht die Wirklichkeitsform (Indikativ), sondern haben oft mo­dale Bedeutung (die in etwa mit „soll“ übersetzt werden kann) bzw. werden oft in „Nebensätzen“, die zum Beispiel mit „dass“ eingeleitet sind, verwendet. Im Fol­gen­den ein Beispiel aus dem ägyptischen Arabisch:

mit Aspektsilbe ‚bi’ohne Aspektsilbe ‚bi’Partizip
bi-jimšijimšimaaši
„er geht“ (gerade jetzt oder gewohnheitsmäßig)„(auf) dass er gehe“ „er soll/möge gehen“„er ist gerade am (Weg)gehen“

Welche genaue Bedeutung die erste und dritte Form haben, ist von der Grundbedeutung des Zeitworts (Verbalcharakter) abhängig.

2.4 Zahlen

In der Schrift werden die Zahlen durch die indischen Symbole bezeichnet, nur in den Magh­reb-Ländern verwendet man die arabischen Ziffern wie in Europa. Die Schreib­rich­tung der Zahlen ist jedoch wie bei den arabischen Zahlen von links nach rechts.

Gesprochen werden die Zahlen wie im Deutschen, d.h. zuerst die Einer- und dann die Zehnerstelle:

55chamsa wa chamsiin (fünf und fünfzig)
555chamsmi’a chamsa wa chamsiin (fünfhundert fünf und fünfzig)

Das schriftsprachliche Zahlensystem ist äußerst kompliziert und wird daher auch beim Lesen meist durch die Formen der Umgangssprachen ersetzt.

Wesentlich ist, dass je nach Zahl das gezählte Wort in der Einzahl oder in der Mehr­zahl steht. Außer in der Einzahl, wo das Zahlwort zur Betonung nachgestellt werden kann, ansonsten aber die einfache Nennung des Wortes genügt, und der Zweizahl, die am Hauptwort markiert wird, gehen die Zahlen den Hauptwörtern voran. Nach 3 bis 10 steht das Wort in der Mehrzahl, ab 11 in der Einzahl.

1 Buchkitaab (waaħid)
2 Bücherkitaabaan (kitaabajn)
5 Bücherchamsat kutub
55 Bücherchamsa wa chamsiin kitaab

2.5 Einige Redewendungen

Guten Morgen!صباح الخير
sʕabaaħ al-chajr!
Guten Tag!السلام عليكم
as-salaamu ʕalajkum! (Friede sei mit euch)
Hallo! Willkommen!مرحبا
marħaba(n)! ahlan (wa sahlan)!
Auf Wiedersehen!مع السلامة
maʕ as-salaama!
(Verabschiedung einer Person)
Auf Wiedersehen!الله يسلمك، الله يسلمكم
allaah jusallimak (m.)! allaah jusallimik (w.)! allaah jusallimkum! (Mz.) (Antwort darauf)
Gute Nacht!تصبح على خير، تصبحي على خير، تصبحوا على خير
tusʕbiħ ʕala chajr! (m.)
tusʕbiħi ʕala chajr! (w.)
tusʕbiħu ʕala chajr! (Mz.)
Wie geht es dir/Ihnen?كيف الحال؟
kiif il-ħaal?
Wie ist Ihr Name, bitte?
Wie ist der werte Name?
ما اسمك، ما اسم الكريم؟
ma ismak (m.)? ma ismik (f.)?
ma ism il-kariim? (höflicher)
Woher kommst du (kommen Sie)?

من أين انت، من أين انتم؟
min ajna anta (m.)?
min ajna anti (w.)?
min ajna antum (Mz.)?

jaنعم
naʕm
neinلا
la
bitte (Frage)من فضلك، من فضلكم
min fadʕlak (m.), min fadʕlik (w.), min fadʕlkum (Mz.)
dankeشكرا
šukran
bitte (keine Ursache)عفوا
ʕafwan
Entschuldigung!عفوا
ʕafwan
Ich verstehe nicht.لا أفهم
la afham!
So Gott will!ان شا الله
in šaa’a llaah!
Gott sei Dank!الحمد لله
al-ħamdu lillah!

Gestik und Mimik sind natürlich regional verschieden. In Ägypten kann ein einmaliges Kopf­nicken hinauf (ev. mit begleitendem Heben der Brauen) „nein“ bedeuten, ebenso ein Klick (Schnalzen) mit der Zungenspitze, ein- bis zweimal (gilt jedoch nicht als besonders höflich). Wird die rechte Hand in Form einer nicht fest geschlossenen Faust an­gehoben, mit dem Handrücken zur Brust und der Zeigefinger ein paar Mal hin- und her­bewegt, bedeutet dies ebenfalls „nein“. Das Heben der Augenbrauen allein be­deu­tet „ich weiß nicht“ oder „ich frage mich, ob…“.

Beim Begrüßen geben manche Frauen Männern aus religiösen Gründen nicht die Hand. Trägt eine Frau ein Kopftuch oder den Schleier, ist das zu erwarten. Unverschlei­er­te Frauen grüßen ebenfalls mit Handschlag, auch sonst ist der Handschlag durch­aus üblich. Unter Freunden und Verwandten küsst man sich unter Gleichgeschlechtlichen und engen Verwandten zur Begrüßung auf beide Wangen und um­armt sich.

Augenkontakt sowie Körperkontakt werden von traditionellen bzw. religiösen Personen un­ter Gegengeschlechtlichen oft vermieden.